Amazon, Polen und Tschechien, CEE und Umsatzsteuer

50 Cent pro Paket sind die Strafgebühren für FBA-Händler, die es nicht zulassen, dass Amazon ihre Waren auch in Polen und Tschechien und lagert.

Je mehr Pakete desto größer die Ersparnis, aber ...

Die Rechnung für dieses Central Eastern Europe Programm (CEE) von Amazon ist nur auf den ersten Blick einfach.

Ein Händler mit 1.000 Paketen im Monat spart auf das Jahr gerechnet 6.000 Euro an FBA-Gebühren—ein großer Händler mit 50.000 Paketen pro Monat bereits 300.000 Euro pro Jahr.

Es gibt dabei nur eine große Hürde: die Umsatzsteuer.

Im Folgenden erklären wir, was umsatzsteuerlich beachtet werden muss und wie diese Herausforderungen gelöst werden.

Das fängt bereits mit der Umlagerung der Waren nach Polen und Tschechien an.

Die Umlagerung der Ware nach Polen und Tschechien ist ein umsatzsteuerbarer Vorgang

Wann immer Waren dauerhaft, z.B. für einen geplanten Verkauf, in einen anderen EU-Staat verbracht werden, passiert umsatzsteuerlich Folgendes.

Damit der Staat, in den die Ware verbracht wird, davon erfährt, müsst ihr eine sogenannte innergemeinschaftliche Verbringung dorthin erklären. Diese Verbringung ist eine in Deutschland steuerfreie Lieferung.

Bei der Ankunft der Waren in Polen oder Tschechien fällt ein sogenannter innergemeinschaftlicher Erwerb an.

i.g. Verbringungen/ig. Erwerbe: Die Verwendung grenzüberschreitender Fulfillment-Strukturen führt laufend zu steuerbaren Transaktionen.

Dieser Erwerb ist im Empfängerland (Polen oder Tschechien) zu erklären.

Nun wissen beide Staaten (z.B. Deutschland und Polen), dass ihr Waren dorthin verbracht hat.

Im Folgenden seht ihr, wie die Verbringungen und Erwerbe zu deklarieren sind.

In dem Land, in dem die Verbringung startet—hier in Deutschland—erklärt ihr die steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (Verbringung). Ihr gebt dabei als Bemessungsgrundlage die kumulierten Einkaufspreise bzw. Herstellungskosten aller verbrachten Waren eines Monats bzw. eines Quartals im Feld 41 an.

In dem Land, in dem die Verbringung endet—hier in Polen—erklärt ihr den steuerpflichtigen innergemeinschaftlichen Erwerb und macht den Vorsteuerabzug geltend, so dass der Saldo grundsätzlich gleich Null ist. Bemessungsgrundlage sind wiederum die Einkaufspreise bzw. Herstellungskosten, welche ihr im Fall von Polen noch in Zloty umrechnen müsstet, was wir in diesem Beispiel aus didaktischen Gründen nicht gemacht haben.

Wo werden anschließend die Verkäufe versteuert?

Verkauf aus Polen und Tschechien nach Deutschland und andere Staaten

Ein Großteil der Waren wird in vielen Fällen wieder nach Deutschland und in andere EU-Staaten verkauft.

Wo und mit welchem Steuersatz sind diese Verkäufe zu versteuern?

Soweit ihr grenzüberschreitend B2B oder in das Drittland (z.B. Schweiz) verkauft, ist die Antwort einfach: Ihr erklärt immer alles steuerfrei dort, wo die Lieferung an den Abnehmer beginnt, also in Polen bzw. Tschechien.

Fulfillment-Center in Polen und Tschechien: Lieferungen an Endverbraucher (B2C) werden im Bestimmungsland versteuert, wenn die Lieferschwelle überschritten oder ein Verzicht erklärt wurde.

Bei Verkäufen an Endverbraucher in der EU hängt die Antwort von der Lieferschwelle des jeweiligen EU-Staates ab, in dem der Käufer sitzt.

Wenn ihr Händler mit Sitz in Deutschland seid, solltet ihr grds. immer auf die deutsche Lieferschwelle verzichten. In diesem Fall könnt ihr unmittelbar alle Lieferungen nach Deutschland mit dem deutschen Umsatzsteuersatz in Deutschland versteuern.

Anderenfalls müsstet ihr die Lieferungen mit 23 Prozent polnischer bzw. 21 Prozent tschechischer Umsatzsteuer versteuern. (Hinweis: Auch bei ermäßigten Steuersätzen lohnt sich in vielen Fällen ein Lieferschwellenverzicht für Deutschland, da auch der ermäßigte Steuersatz in Deutschland niedriger als in Polen und Tschechien ist.)

Mehr zum Thema Lieferschwelle und Lieferschwellenverzicht könnt ihr hier nachlesen.

Ihr müsst allerdings eine Besonderheit beachten.

Der Verzicht auf die deutsche Lieferschwelle muss in Polen formal (Formular VAT 21) beantragt werden. Der Verzicht greift nach dem Ablauf von 30 Tagen, nachdem der Antrag beim polnischen Finanzamt eingegangen ist. Ein rückwirkender Verzicht ist somit nicht möglich.

Bei Lieferungen in andere EU-Staaten (z.B. Frankreich) hängt es ebenfalls vom Stand der jeweiligen Lieferschwelle des Bestimmungslandes ab, wo diese zu versteuern sind. Ein Verzicht ist hier nicht immer sinnvoll, da ihr ansonsten unmittelbar in diesem Staat steuerpflichtig werdet.

Lieferschwellen: Wird die Lieferschwelle bei Verkäufen an Endverbraucher überschritten, erfolgt die Versteuerung immer im Bestimmungsland.

Wie könnt ihr oder euer Steuerberater die genannten Steuerpflichten in Polen und Tschechien erfüllen?

Mit Taxdoo automatisiert alle Umsatzsteuerpflichten für Polen und Tschechien erfüllen

Taxdoo kann sämtliche Umsatzsteuerpflichten in Polen und Tschechien automatisiert erfüllen. Das sind neben den oben genannten Umsatzsteuer-Voranmeldungen noch weitere Formulare, welche z.B. in Polen abgegeben werden müssen: Zusammenfassende Meldung (ZM) und Standard Audit File - Tax (SAF-T).

Ihr erhaltet über unser System alle abgegebenen Erklärungen sowie eine monatliche Zahlungsaufforderung zur Begleichung der Umsatzsteuerschuld in Polen und Tschechien bereitgestellt.

Was kostet diese Lösung?

  • Bei z.B. 1.000 Verkäufen pro Monat liegen die monatlichen Kosten bei 206 Euro.

  • Habt ihr bspw. 10.000 Verkäufe pro Monat liegen die Kosten bei 256 Euro pro Monat.

Ihr müsst keinerlei Fristen mehr überwachen und habt nur einen einzigen Ansprechpartner. Taxdoo ist somit der erste vollautomatisierte One-Stop-Shop für Amazon CEE oder Pan EU.

Was mache ich, wenn ich die Lagerung in Polen und Tschechien bereits vor einiger Zeit aktiviert hatte, aber bislang keine Steuererklärungen dort abgegeben habe?

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Taxdoo kann diesen Service auch automatisiert für mehrere Jahre rückwirkend anbieten.

Dabei stellt unser System auch automatisiert fest, seit wann und warum ihr in dem jeweiligen Staat steuerpflichtig seid.

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Bei Bedarf bieten wir diesen Service auch für noch mehr EU-Staaten an, z.B. im Rahmen des Amazon Pan EU Programms. Jeder weitere Staat kann dann zu den oben genannten Preisen für monatlich 66 Euro hinzugebucht werden.

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Dieser Beitrag stellt keine steuerliche Beratung dar und soll nur allgemein über steuerliche Themen informieren. Wir übernehmen daher keine Gewähr und somit keine Haftung für die Vollständigkeit und Aktualität sowie Richtigkeit der Inhalte und Darstellungen.