Amazon-Händler, die ihre Umsatzsteuer-Erklärungen im EU-Ausland über die Umsatzsteuer-Services abwickeln lassen, kommen in Polen zunehmend in Bedrängnis.

Die polnischen Finanzbehörden prüfen vermehrt die eingegangenen Erklärungen und stellen dabei zunehmend grundlegende Mängel fest, die nicht selten zu Androhungen von Steuerstrafverfahren und hohen Strafzahlungen führen.

Die t3n hatte dazu bereits im vergangenen Jahr einen Blogpost von uns aufgegriffen.

Amazon hat dieses Problem noch immer nicht behoben.

Wer ist betroffen?

Das betrifft regelmäßig Amazon-Händler, die ihre Produkte im Rahmen der Programme Pan EU oder CEE (Polen & Tschechien) in Polen lagern lassen und auf die Umsatzsteuer-Services von Amazon vertrauen.

Auch Händler, die laufend ihre Umsatzsteuer-Erklärungen abgegeben und ihre Steuerschuld beglichen haben, unterliegen diesem Risiko.

Wie kann das sein?

Transaktionsbasierte elektronische Meldungen in zunehmend mehr EU-Staaten – allen voran Polen

Das folgende Schreiben, welches wir bei Neukunden regelmäßig sehen, erklärt das Problem.

Der/die Händler/in hatte über die Umsatzsteuer-Services von Amazon Umsatzsteuer-Erklärungen abgeben lassen und die Umsatzsteuer auch gezahlt.

Das genügt in Polen aber nicht, wie die folgenden Zeilen darstellen, die am Ende zu einer Strafzahlung von 25.000 PLN führten.

Fünfstellige Strafzahlungen und Androhung von Steuerstrafverfahren bei fehlenden SAF-Ts bzw. JPKs

Im Rahmen der Umsatzsteuer-Services von Amazon wird zwar die Umsatzsteuer erklärt, es fehlt aber die sogenannte SAF-T- bzw. JPK-Meldung. Diese ist bereits seit dem 01.01.2018 verpflichtend.

Dahinter verbirgt sich eine elektronische Meldung aller Transaktionen, welche über Polen laufen (Verkäufe, Gutschriften, i.g. Verbringungen, ...)

Offizielles Beispiel eines SAF-T/JPK: Die monatliche Abgabe eines SAF-T/JPK ist in Polen seit 2018 für alle Online-Händler verpflichtend.

Was könnt ihr jetzt tun?

Ihr solltet zunächst proaktiv prüfen, ob Amazon bzw. die dahinter stehenden Dienstleister für euch die SAF-T-/JPK-Meldungen abgegeben haben. Das sind Dateien mit der Endung .xml, welche die oben genannte Struktur aufweisen.

Fazit

Da nach unseren Auswertungen – Taxdoo verarbeitet jeden Monat hunderte Millionen Transaktionsdaten – ein Großteil des Warenumschlags im Rahmen des Fulfillments by Amazon über die Warenlager in Polen läuft, ist das genannte Risiko erheblich.

Amazon ist dieses Problem seit über einem Jahr bekannt. Trotzdem reißt die Zahl der Händler nicht ab, denen eines der o.g. Schreiben aus Warschau ins Haus flattern.

Das liegt auch daran, dass die Finanzbehörden in Polen zunehmend die Vergangenheit aufrollen und Erklärungen plausibilisieren/prüfen.

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