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Eine am 1. Oktober vom Bundesfinanzminister a.D. getätigte Aussage sorgte in der Onlinehändler-Community für viel Verunsicherung.

Wir wollen diese Aussage daher richtigstellen und in den korrekten Kontext rücken.

Was ist der Hintergrund?

VAT E-Commerce Package und One-Stop-Shop

Zum 1. Juli 2021 werden grenzüberschreitende Lieferungen an Endverbraucher – diese heißen dann offiziell Fernverkäufe – in der Europäischen Union einer neuen umsatzsteuerlichen Systematik unterliegen.

Wir haben kürzlich den aktuellen Stand dieser Reform ausführlich erklärt.

Zusammengefasst lässt sich Folgendes sagen.

Zum 1. Juli 2021 werden die nationalen Lieferschwellen wegfallen.

Das führt dazu, dass – abgesehen von einer Grenze in Höhe von 10.000 Euro netto – alle grenzüberschreitenden Lieferungen an Endverbraucher in der EU immer im Bestimmungsland steuerpflichtig sein werden.

Nach der aktuellen Logik müssten sich dann fast alle OnlinehändlerInnen in jedem EU-Staat steuerlich registrieren, in welchen sie auch nur ein Paket versenden.

Damit diese Registrierungspflicht nicht erforderlich wird, kommt es parellel zur Einführung des One-Stop-Shop (OSS), über den diese Lieferungen – und nur diese Lieferungen – zentral im Heimstaat gemeldet werden können.

Aussage des Bundesfinanzministers a.D. und Richtigstellung

Peer Steinbrück erklärte gestern,

... dass seiner Ansicht nach der OSS nicht rechtzeitig fertiggestellt wird und es ggf. noch lange dauern könnte, bis das der Fall sein wird.
Gleichzeitig wird es aber zum Wegfall der nationalen Lieferschwellen kommen, sodass die meisten HändlerInnen sich dann in (fast) allen EU-Staaten steuerlich registrieren müssten.

Das ist falsch!

Inwieweit der OSS rechtzeitig zum 1. Juli 2021 fertiggestellt wird, ist derzeit in der Tat noch nicht hundertprozentig sicher, wie wir auch schon regelmäßig in diesem Blog berichten.

Sollte es aber zu einer Verschiebung des OSS in das Jahr 2022 oder später kommen, wird auch der Wegfall der nationalen Lieferschwellen definitiv verschoben.

Beide Institutionen – OSS & Wegfall Lieferschwellen – hängen rechtlich betrachtet zusammen, sodass das eine nicht ohne das andere eintreten wird.

Wir werden euch in diesem Blog und anderen Formaten weiter sachlich, fundiert und verständlich auf dem Laufenden halten.

Eine fundierte Gegendarstellung findet ihr bereits im folgenden Video unseres Kollegen Dr. Moritz Lukas.

Gegendarstellung direkt nach dem Auftritt von Peer Steinbrück

Taxdoo ist die Plattform für automatisierte und sichere Umsatzsteuer-Prozesse

... und bildet für die führenden Onlinehändler in Europa neben der Abwicklung der laufenden EU-weiten Umsatzsteuer-Compliance, Intrastat und Finanzbuchhaltung noch zahlreiche weitere Compliance-Services über eine einzigartige Plattform ab.

Natürlich werden wir ab 7/2021 eure Fernverkäufe automatisiert und einfach wie nie auch über den OSS melden können.

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