Mit dem Haushaltsgesetz 2018 ist die elektronische Rechnungstellung mittels SdI für Unternehmen in Italien ab dem 01.01.2019 obligatorisch geworden.

Gerade bei Amazon-Händlern sorgt das aktuell für Verwirrung, wenn diese sich in Italien steuerlich registrieren – z.B. im Rahmen von Amazon Pan EU.

Fangen wir aber vorne an und erklären alle Begrifflichkeiten.

Was bedeutet die Neuregelung in Italien?

Seit dem 01.01.2019 müssen in Italien für alle Lieferungen und Dienstleistungen zwingend elektronische Rechnungen ausgestellt werden. Diese Vorschrift widerspricht zunächst EU-Recht, wonach Rechnungen sowohl in Papierform als auch in elektronischer Form ausgestellt werden können.

Italien hat jedoch eine Ausnahmeregelung für die Anwendung eines verbindlichen E-Rechnungstellung-Systems beantragt, um das hohe Ausmaß der Steuerhinterziehung in Italien zu bekämpfen. Die EU-Kommission hat dem zugestimmt – zumindest zeitlich befristet.

Die elektronischen Rechnungen müssen im Format "FatturaPA" vorliegen, wohinter sich das XML-Format verbrigt, und können über entsprechend geeignete Rechnungstools ausgestellt werden.

Die Rechnung muss zudem mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen werden, um an das Sistema di Interscambio (SdI) übermittelt werden zu können. Das SdI ist eine öffentlich rechtliche Plattform zur Ausstellung, Übermittlung und Speicherung von Rechnungen.

In den E-Rechnungen muss zwingend die Steuernummer des Empfängers angegeben werden, wenn es sich um einen Endverbraucher handelt. Unternehmen müssen ihr PEC (posta elettronica certificata) oder ihren SdI-Empfängercode dem Rechnungsersteller vorab übermitteln.

Wichtig: Die Rechnungen werden anschließend nur über das SdI an den Rechnungsempfänger versendet.

Zuvor wird die Vollständigkeit und Richtigkeit aller in der Rechnung erfassten Informationen geprüft. Auf diese Weise kann die Finanzverwaltung auf alle Rechnungen und die darin enthaltendenen Informationen zugreifen und diese bei Bedarf mit den Angaben der Rechnungsempfänger verproben.

Wer ist verpflichtet, italienische E-Rechnungen über SdI auszustellen?

Wenn euer Unternehmen keine Niederlassung in Italien hat, besteht die Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen nicht.

In einem Rundschreiben (n. 13/E) hat die italienische Finanzverwaltung klargestellt, dass die Pflicht, E-Rechnungen auszustellen, nur für in Italien fest niedergelassene Unternehmen gilt.

Hinweis: Die Verwendung eines ausländischen Amazon-Lagers gilt nach aktuellem EU-Recht nicht als Niederlassung bzw. Betriebsstätte in dem jeweiligen EU-Staat.

Was, wenn ich in Italien niedergelassen bin, aber an ausländische Kunden verkaufe?

Habt ihr euren Sitz oder eine Niederlassung in Italien, gilt Folgendes.

Die E-Rechnungsstellung ist bei Verkäufen oder Dienstleistungen von oder an ausländische Unternehmen grundsätzlich nicht erforderlich. Die italienische Finanzverwaltung hat allerdings für diese Fällen eine neue Anforderung eingeführt, um auch nicht über die SdI abgerechneten Transaktionen zu erfassen: das Esterometro.

Das Esterometro muss monatlich im XML-Format eingereicht werden und ersetzt die Spesometro-Meldungen, die bis Ende 2018 verpflichtend waren und umfasst alle – auch grenzüberschreitende – Transaktionen.

Diese Freistellung von der E-Rechnung und die daraus resultierende Esterometro-Anforderung gelten jedoch nicht für Verkäufe oder Dienstleistungen von oder an ausländische Unternehmen, die in Italien umsatzsteuerlich registriert sind. Diese Rechnungen müssen im elektronischen Format durch das SdI geschickt werden. Da ausländische Unternehmen nicht verpflichtet sind, E-Rechnungen auszustellen und somit höchstwahrscheinlich über keinen PEC verfügen, kann der italienische Steuerzahler in diesen Fällen den Wert "0000000" in das Feld "codice destinatario" (Empfängercode) eingeben.

Was passiert, wenn die E-Rechnungsstellung-Verpflichtungen übersehen werden?

Rechnungen, die außerhalb der gesetzlichen E-Rechnungsstellung-Anforderung ausgestellt werden, gelten als nicht ausgestellt und können zu einer Strafzahlung in Höhe von 90% bis 180% der geschuldeten Mehrwertsteuer führen.

Für das erste Halbjahr 2019 wird jedoch eine Übergangsfrist gewährt, die es dem Steuerzahler ermöglicht, Strafen zu vermeiden, wenn die E-Rechnung am 15. des Folgemonats über die SdI hochgeladen wird.

Die fehlende oder fehlerhafte Abgabe des Esterometros führt stattdessen zu einer Strafe von 2 Euro pro nicht dokumentierte Transaktion.

Taxdoo: Automatisierte Umsatzsteuer im Online-Handel EU-weit

Taxdoo bezieht automatisiert Daten aus Amazon, eBay und den gängigsten ERP- (z.B. Afterbuy, Billbee, plentymarkets JTL oder Xentral) und Shop-Systemen (z.B. Shopify), bereitet sie umsatzsteuerlich auf, überführt sie in die Finanzbuchhaltung und kann sie auch im Ausland melden.

Die automatisierten Meldungen im EU-Ausland sind neben einem Grundpreis für die Datenaufbereitung bereits ab 66 Euro pro Monat und pro Staat möglich.

Klickt einfach hier oder auf den Button unten und bucht eine Live-Demo, in der wir euch und/oder eurem Steuerberater per Bildschirmübertragung persönlich die Vorteile unserer automatisierten Umsatzsteuer-Compliance erklären.

Live-Demo buchen