Im klassischen Sinne ist Multi-Channel-Vertrieb der Verkauf über den stationären Einzelhandel in Kombination mit einem Onlineshop. Laut einer Umfrage von Statista zum Thema Anteil der Multi-Channel-Verkäufer in Europas Modebranche verkauft die Hälfte der Unternehmen auf diese Weise. In der Onlinewelt ist Multi-Channeling aber noch breiter gefächert und es ergeben sich immer mehr Möglichkeiten. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, beginnen Neulinge im E-Commerce ihre Karriere jedoch meistens auf Marktplätzen wie Amazon. Aber wieso eigentlich nicht direkt ein eigener Onlineshop?

Multi-Channel-Vertrieb und seine Vorteile

Der Verkaufsstart über Amazon oder andere Online-Marktplätze ist einfach, schnell und günstig. Diese drei Argumente sind wohl die schwerwiegendsten, wenn es um die Entscheidung geht: Online-Marktplatz oder Onlineshop? Meistens beginnt man im E-Commerce nur mit einem Verkaufskanal. Was auch richtig ist, denn als frisch-gebackener Onlinehändler musst du den Markt erst kennenlernen und stehst vor vielen verschiedenen Herausforderungen.

Hast du dich auf einem Marktplatz etabliert, geht es darum, Weitere zu erobern. Du kannst anfangen über Social-Media-Kanäle zu verkaufen, einen eigenen Onlineshop eröffnen, wenn du bis dato noch keinen hattest oder du suchst dir weitere interessante Online-Marktplätze.

Mit Multi-Channel-Vertrieb erweiterst du deinen Fokus und verkaufst über mehrere, unabhängige Kanäle. Dabei ergeben sich einige Vorteile für deine Marke. Deine Sichtbarkeit wird größer, du erreichst mehr Menschen und wirst als präsent wahrgenommen. Auch wenn potenzielle Kunden nicht sofort bei dir kaufen, bleibst du im Gedächtnis, da sie immer wieder auf dich stoßen.

Durch Multi-Channel-Vertrieb vergrößerst du deine Zielgruppe.

Daran anschließend vergrößert sich natürlich auch deine potenzielle Zielgruppe und damit die Anzahl der potenziellen Käufer. Außerdem kannst du durch neue Vertriebswege – wie einen Onlineshop – mehr Informationen über deine Kundschaft erfassen. Diese kannst du wiederum nutzen, um die Bedürfnisse und Verhaltensweisen deiner Zielgruppe besser zu verstehen. Hast du erstmal alle nötigen Daten gesammelt, kannst du diese letztendlich verwenden, um deine Verkaufsstrategie zu optimieren.

Wenn du darüber nachdenkst, deinen Vertrieb zu erweitern, dann kommst du um einen eigenen Onlineshop nicht herum. Denn nur dieser bietet dir die Möglichkeit, deine Marke nachhaltig aufzubauen.

Online-Marktplätze bieten keinen Platz für Eigenwerbung und wollen nicht, dass du dich von der Masse abhebst. Auf Marktplätzen bist du nur einer von Vielen, aber in deinem Shop kannst du individuell sein und hast Raum für Kreativität.

Welche Shopsysteme gibt es?

Der Aufbau eines eigenen Shops beginnt immer mit der Auswahl des richtigen E-Commerce-Systems. Bevor du wahllos ein System auswählst, solltest du dich gut informieren und schauen, welches zu deinen Anforderungen passt. Vor wenigen Jahren war die Entscheidung nicht sonderlich schwer, denn das Angebot an Shopsystemen war klein. Heute sieht das ganz anders aus.

Allein in Deutschland gibt es aktuell über 200 verschiedene Möglichkeiten, daher wollen wir dir die Entscheidung etwas leichter machen und stellen nun die drei Beliebtesten vor.

Da wir sicher sind, dass du großes vorhast, konzentrieren wir uns auf die Big Player in der E-Commerce-Welt, die mit deinem Unternehmen mitwachsen.

  1. STRATO Webshop: Dieses System ist eine gute Lösung, um ohne viel Aufwand einen Shop für ein großes Unternehmen zu erstellen.
  2. WooCommerce: Eignet sich ebenfalls für größere Projekte, erfordert jedoch ein wenig technisches Know-how. Dafür hast du mit diesem System die maximale Flexibilität.
  3. Shopify: Ist ein SaaS-Produkt, also ein Baukasten-System bei dem monatlich Gebühren anfallen. Es ist ebenfalls für große Unternehmen geeignet und wird unter anderem von Konzernen wie Vorwerk oder Tesla genutzt.

Warum sollte ich mit Shopify verkaufen?

Shopify ist Marktführer in der Welt der E-Commerce-Systeme, deswegen wollen wir dir dieses genauer vorstellen. Zunächst ist es ein Baukasten-System und spart seinem Anwender viel Zeit und Nerven. Du benötigst für die Erstellung deines Shops keine IT-Kenntnisse, das System ist sehr benutzerfreundlich, bietet viele flexible Designs und Funktionen und die Möglichkeit zur Skalierung.

So sieht der Shopify-Shop vom Großunternehmen Gymshark aus. (Quelle: gymshark.com)

Außerdem ist es, wie oben schon erwähnt, ein SaaS-Produkt – die Plattform wird also vom Anbieter selbst gehostet, sodass du dich nicht um Updates, Sicherheitsprobleme oder Hosting-Dienste kümmern musst. Diese gehostete Lösung ist die schnellste und einfachste und du kannst nach der einmaligen Registrierung direkt loslegen.

Du kannst unendlich viele Produkte hochladen und andere Vertriebskanäle wie Facebook oder Amazon direkt anbinden.

Praktisch ist außerdem die einfache Bezahlmöglichkeit. Mit Shopify-Payments hast du beliebte Zahlungsmethoden wie Klarna schon integriert und musst dich nicht auf verschiedenen Seiten registrieren, sondern kannst ganz bequem auf deiner Plattform bleiben.

Du möchtest deinen Shop gar nicht selbst bauen? Dann kontaktiere Shopify Experten, die dich dabei unterstützen.
Oder bist du nun voll motiviert, es selbst in die Hand zu nehmen und endlich zu verkaufen? Dann haben wir noch drei wertvolle Tipps, die dir den Verkaufsstart erleichtern.

3 schnelle Verkaufstipps für einen erfolgreichen Start

1) Nutze den MVP-Gedanken für deinen Onlineshop

Von MVP hast du sicher schon mal gehört. Zwar geht es hierbei nicht um die Erstellung eines Produkts, aber trotzdem lässt sich der MVP-Gedanke für dein Unternehmen nutzen. Versuche dich bei der Erstellung des Shops nicht in der Liebe zum Detail zu verlieren und starte lieber unfertig, als perfekt.

Im Gegensatz zu Neulingen im E-Commerce hast du einen großen Vorteil, was deine Produkte angeht, denn du weißt, welche sich besonders gut verkaufen. Statt also deinen Shop zu überfluten, konzentriere dich erstmal auf die Produkte, von denen du weißt, dass sie funktionieren.

2) Erstelle einen Content-Plan für bessere SEO

Ist dein Budget üppig, kannst du direkt Google Ads schalten, um Traffic auf deine Seite zu bekommen. Bist du allerdings eher Team Sparfuchs, lohnt es sich, an die Recherche zu gehen. Über Keyword-Tools wie Ubersuggest kannst du herausfinden, wonach Kunden in Bezug auf dein Produkt suchen und findest Keyword-Ideen, auf dessen Basis du dir einen Content-Plan erstellen kannst.

SEO-Tools zeigen dir Keyword-Ideen, mit denen du einen Content-Plan erstellen kannst. (Quelle: ubersuggest.com)

Durch relevanten Content in Form von Blogartikeln für deine Zielgruppe steigst du nicht nur im Google Ranking. Du erhältst außerdem das Vertrauen deiner Leser und kannst dich als Experte auf deinem Gebiet etablieren. Zudem erhöhst du die Sichtbarkeit deines Shops, wenn du den Besuchern auf deiner Seite einen Mehrwert bietest. Sie kehren immer wieder zurück, auch wenn sie gerade nichts kaufen wollen – aber irgendwann tun sie es doch.

3) Promote deinen Shop über Facebook und Instagram

Steht dein Shopify-Shop und hast du vielleicht schon angefangen, Content zu produzieren, besteht der nächste Schritt darin, Werbung zu schalten. Nur so erfahren die Leute, dass es dich gibt und im Online-Business zählt nun mal die Reichweite. Was kannst du also konkret tun, um deinen Shop zu promoten?

Erstelle eine Business-Page auf Facebook und Instagram. Dort solltest du anfangen, Inhalte deiner Webseite zu teilen, deine neuesten Produkte vorzustellen, interessante Postings zu kreieren und mit deiner Community zu interagieren.

Bei Social Media gehst du ähnlich vor wie bei der Suche nach Content-Ideen. Gibt es Facebook-Gruppen zu deinem Thema?

Verkaufst du zum Beispiel Shirts in Bio-Qualität, bieten sich Gruppen an, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz beschäftigen.

Indem du dir die einzelnen Postings und Kommentare durchliest, findest du heraus, wofür sich deine Zielgruppe interessiert und was sie aktuell beschäftigt. Diese Informationen kannst du für deinen Content nutzen, indem du dir alles notierst und einen Redaktionsplan erstellst.

Facebook-Gruppen kannst du außerdem nutzen, indem du selbst kommentierst und dadurch mehr Aufmerksamkeit für deine Seite bekommst. Dasselbe gilt für Instagram. Folge relevanten Hashtags und kommentiere, was das Zeug hält.

Fazit: Ein Onlineshop lohnt sich

Über Online-Marktplätze zu verkaufen, ist am Anfang durchaus sinnvoll. Du lernst deinen Markt kennen und kannst dich erstmal in deiner neuen Rolle als Onlinehändler einfinden. Amazon & Co. übernehmen eine Menge Arbeit für dich, reduzieren dafür aber auch deine Marge und hindern dich daran, eine eigene Marke aufzubauen.

Möchtest du, dass dein Geschäft wächst und sich etabliert, ist es früher oder später sinnvoll, den Verkauf auf Marktplätzen um einen eigenen Shop zu ergänzen. Das Shopsystem Shopify bietet sich dafür an, da es auch für Nicht-Programmierer anwendbar ist und du ab der Einrichtung sofort mit dem Verkauf beginnen kannst.

Über die Autorin

Inés Fabienne Gand ist Teil des Marketing-Teams von Eshop Guide. Texte, Social Media und Content-Management sind ihre Spezialitäten. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrem Sohn, Freunden & Yoga.

Inés Fabienne Gand von Eshop Guide

Taxdoo ist die Plattform für automatisierte und sichere Umsatzsteuer-Prozesse

... und bildet für die führenden Onlinehändler in Europa neben der Abwicklung der laufenden EU-weiten Umsatzsteuer-Compliance, Intrastat und Finanzbuchhaltung noch zahlreiche weitere Compliance-Services über eine einzigartige Plattform ab.

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, wie ihr Umsatzsteuer-Compliance, Finanzbuchhaltung und noch viel mehr effizient und sicher über eine Plattform abbilden könnt, dann bucht über diesen Link euer individuelles und kostenloses Erstgespräch mit den Compliance-Experten von Taxdoo!

Gerne könnt ihr euch auch für unser regelmäßig stattfindendes Demo-Webinar anmelden, in dem wir euch Taxdoo und unsere Compliance-Services vorstellen und eure Fragen persönlich beantworten.