Verkäufer auf Amazon Business, dem B2B-Marktplatz von Amazon, stehen aktuell vor dem folgenden Problem.

Amazon kann die Gültigkeit der USt-IDs der Käufer nicht gewährleisten. Nach einem ersten Prüflauf mehrerer zehntausend USt-IDs über Amazon Business konnten wir zahlreiche ungültige USt-IDs identifizieren.

Amazons Umsatzsteuer-Berechnungsservice – fast obligatorisch bei der Nutzung von Amazon Business – liefert in diesen Fällen falsche Ergebnisse, was erhebliche finanzielle und abgabenrechtliche Folgen für den Verkäufer haben kann.

Warum?

Amazon hat Gesetzesänderung zum 01.01.2020 bislang nicht umgesetzt

Seit dem 01.01.2020 muss bei grenzüberschreitenden Lieferungen an Unternehmen – sogenannte innergemeinschaftliche Lieferungen (ig Lieferungen) – sichergestellt sein, dass dem Verkäufer zum Zeitpunkt der Lieferung eine gültige USt-ID des Käufers vorliegt.

Ist das der nicht der Fall, muss diese Lieferung zwingend versteuert werden. Das gilt auch für die mit den innergemeinschaftlichen Lieferungen eng verwandten innergemeinschaftlichen Warenverbringungen, wie in der folgenden Grafik dargestellt.

Neue Bedeutung der USt-ID des Empfängers bei ig Lieferungen und ig Verbringungen

Das Problem bei Verkäufen über Amazon Business ist, dass der Händler in den Verkaufsprozess nicht eingreifen kann. Ausschließlich Amazon könnte rechtzeitig die USt-IDs prüfen, kann das jedoch aktuell technisch nicht umsetzen.

Der einzige, der USt-IDs (rechtzeitig) prüfen kann, ist Amazon

In den AGB stellt Amazon derzeit klar, dass die Gültigkeit der USt-ID des Käufers zu keinem Zeitpunkt gewährleistet werden kann.

Auszug aus dem Amazon-AGB zur Frage der Gültigkeit von Käufer-USt-IDs

In diesem Zusammenhang hatte Amazon bislang damit argumentiert, dass die USt-ID nach EU-Recht und laufender Rechtsprechung des EuGH keine zwingende Voraussetzung für die Steuerfreiheit grenzüberschreitender B2B-Lieferungen sei.

Diese Argumentation galt allerdings für ig Lieferungen und ig Verbringungen, welche bis zum 31.12.2019 stattfanden.

Seit dem 01.01.2020 gilt nach Umsetzung einer EU-weiten Reform (Quick Fixes) in den meisten EU-Staaten, dass die gültige USt-ID des Abnehmers ein gesetzliches Tatbestandsmerkmal für das Vorliegen einer ig Lieferungen oder ig Verbringung darstellt.

Die Anfrage eines Amazon-Händlers, warum Amazon das bislang nicht umgesetzt hat, hat der größte B2B-Marktplatz in der EU am 22.01.2020 wie folgt beantwortet.

Antwort von Amazon vom 22.01.2020 auf die Frage, warum Kunden mit ungültigen USt-IDs auf Amazon Business einkaufen können.

Die Zusammenfassung lautet: Wir halten uns raus, frag einen Rechtsberater.

Wie unsere Daten zeigen, stellt das aktuell ein erhebliches Risiko für Händler auf Amazon Business dar.

Aktuell sind zahlreiche USt-IDs auf Amazon Business ungültig

In einem Prüflauf, welchen wir kürzlich mit mehreren zehntausend USt-IDs durchgeführt haben, konnten wir feststellen, dass zahlreiche bei Amazon hinterlegte USt-IDs nicht gültig sind.

Wir werden dazu in Kürze noch einen umfassenden Bericht veröffentlichen.

Taxdoo kann automatisiert beliebig viele USt-IDs prüfen

Wir haben eine vollautomatisierte Lösung entwickelt, die USt-IDs aus Shop-, ERP- und Marktplatzsystemen auslesen und prüfen kann.

Somit senkt Taxdoo signifikant das erhebliche Risiko, dass anderenfalls gesetzlich steuerpflichtige Lieferungen als steuerfrei deklariert werden.

Vollautomatisierte API- und cloudbasierte Validierung beliebig vieler USt-IDs über Taxdoo

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