4 Umsatzsteuer-Themen, die du als FBA-Händler kennen solltest

FBA-Händler, die ausschließlich die deutschen Lager von Amazon verwenden, zahlen ab dem 11. April 2017 pro Artikel 0,50€ mehr für ihre Versendungen (statt bisher 0,25€). Amazon treibt die Händler damit mehr und mehr in seine Lager in Polen und Tschechien, was einiges an steuerlichem Aufwand erzeugt. Wir zeigen euch hier die wichtigsten Themen, die auf euch zukommen, wenn ihr ausländische Lager für eure B2C-Verkäufe verwendet.

1. Im Ausland registrieren

Sobald ihr eines der Amazon-Lager im Ausland nutzt, müsst ihr euch im jeweiligen Land steuerlich registrieren. Dafür tragt ihr verschiedene Dokumente wie euren Gesellschaftsvertrag, Ausweisdokumente etc. zusammen, lasst sie beglaubigt übersetzen und reicht sie beim zuständigen Finanzamt im Ausland ein.

2. Versandländer beachten

Eure Waren werden jetzt nicht mehr nur aus Deutschland verschickt, sondern auch aus den anderen Ländern, in denen Amazon Lager unterhält.

Dabei gilt die Grundregel für B2C-Lieferungen: Eine Lieferung wird dort besteuert, wo sie beginnt. Wird ein Artikel also aus Polen verschickt, unterliegt er vorerst der dortigen Umsatzsteuer (regulär: 23%). Unter den folgenden Umständen ist das jedoch nicht der Fall:

  1. Ihr habt die Lieferschwelle in das Empfängerland überschritten. In diesem Fall müsst ihr die Umsatzsteuer im Empfängerland mit dem jeweils gültigen Steuersatz abführen.
  2. Ihr verzichtet freiwillig auf die Lieferschwelle des Empfängerlandes. In diesem Fall führt ihr auch dort die Umsatzsteuer ab. Besonders sinnvoll ist das im Falle von Lieferungen nach Deutschland—dort seid ihr ohnehin schon registriert und profitiert vom niedrigeren Steuersatz (regulär: 19%).

3. Verbringungen dokumentieren

Eure Ware gelangt nicht nur von Deutschland in die ausländischen Lager, sondern wird von Amazon auch zwischen Lagern verschoben, um stets möglichst nahe am Endkunden zu liegen. Bei all diesen Warenbewegungen handelt es sich um sogenannte Innergemeinschaftliche Verbringungen. Eure Verbringungen müssen ebenfalls steuerlich dokumentiert werden! Die Bemessungsgrundlage sind dabei eure Einkaufspreise bzw. Herstellungskosten.

Die folgenden Dokumente bzw. Formulare sind u.a. betroffen:

  1. Umsatzsteuer-Voranmeldung: Zusätzlich zu euren Verkäufen an Endkunden müssen auch eure Verbringungen in der Umsatzsteuer-Voranmeldung deklariert werden—und zwar jeweils in den Ländern, in denen ihr registriert seid.
  2. Zusammenfassende Meldung: Diese Meldung ist den meisten B2C-Händlern bisher wahrscheinlich nicht bekannt. Hier tragt ihr alle Verbringungen ein—ebenfalls in jedem Land, in dem ihr registriert seid.
  3. Pro-Forma-Rechnung: Jede Verbringung stellt grundsätzlich eine grenzüberschreitende B2B-Lieferung von euch an euch selbst dar. Für diese Transaktionen müsst ihr sogenannte Pro-Forma-Rechnungen erstellen, um die Lieferungen zu dokumentieren.
  4. Intrastat: Wenn eure Verbringungen einen bestimmten Wert überschreiten, müsst ihr zusätzlich Intrastat-Erklärungen einreichen. Einen Überblick über die relevanten Schwellen findet ihr hier.

4. Besonderheiten beachten

Die Erklärung eurer Verkäufe in der deutschen Umsatzsteuer-Voranmeldung ist relativ einfach: Aufsummierte (Netto-)Umsätze eintragen, fertig.

Dies ist in den meisten EU-Ländern jedoch ein gutes Stück komplexer:

  • In Polen müsst ihr zusätzlich das sogenannte Standard Audit File—Tax (SAF-T) einreichen. Das SAF-T ist eine Datei im XML-Format, die sämtliche Transaktionen enthält, die einen Bezug zu Polen haben. Dabei müssen zum Beispiel auch die Empfänger von Sendungen mitsamt all ihren Adressdaten genannt werden!
  • In Tschechien gibt es das sogenannte VAT-Register, in dem ähnlich wie im SAF-T alle relevanten Transaktionen enthalten sein müssen.
  • In Spanien (Link) und Frankreich (Link) gibt es sogar Bestrebungen, dass Unternehmen in Zukunft quasi täglich ihre Umsätze erklären müssen.

Diese Liste ließe sich noch lange weiterführen. Radikale Änderungen wie in Spanien betreffen vorerst zwar nur größere Unternehmen, aber allgemein geht der Trend in der EU in Richtung "Real-Time-Umsatzsteuer".

Automatisierte Umsatzsteuer-Compliance

Umsatzsteuer-Compliance ist für Händler entweder aufwändig (wenn man selbst den Überblick behalten will) oder teuer (wenn alle Tätigkeiten manuell vom Steuerberater übernommen werden).

Taxdoo hilft euch, die Umsatzsteuer-Abrechnungen zu automatisieren. Eure Umsatzdaten werden automatisch über Schnittstellen gesammelt, umsatzsteuerlich ausgewertet und für die Einreichung vorbereitet.

Taxdoo automatisiert die erforderlichen umsatzsteuerlichen Prozesse im Rahmen von Amazon FBA.

In unserem Dashboard könnt ihr oder euer Steuerberater jederzeit einsehen, zu wieviel Prozent ihr bestimmte Lieferschwellen erreicht habt. Ein automatisches Warnsystem verhindert, dass ihr Registrierungspflichten und sonstige umsatzsteuerliche Pflichten versäumt. Ihr seht die Verwendung ausländischer FBA-Lager und könnt eure Amazon-Erlöse einfach in eure Buchhaltung überführen.

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Dieser Beitrag stellt keine steuerliche Beratung dar und soll nur allgemein über steuerliche Themen informieren. Wir übernehmen daher keine Gewähr und somit keine Haftung für die Vollständigkeit und Aktualität sowie Richtigkeit der Inhalte und Darstellungen.